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Ernährung bei Brustkrebs

Die Therapie unterstützen

von Agnes Budnowski (Autor:in) Ursula Denison (Autor:in) Flora Koller (Autor:in) Martina Kreuter-Müller (Autor:in)
144 Seiten

In Kürze verfügbar

Zusammenfassung

Wie kann ich meine Brustkrebsbehandlung mit Ernährung positiv beeinflussen?
Wie vermeide ich eine Gewichtszunahme während einer Hormontherapie? Gibt es überhaupt eine Krebsdiät? Welche Ernährungstipps gibt es in der Prävention sowie im Leben nach der Erkrankung?
Drei Diätologinnen und eine Frauenärztin klären diese und weitere Fragen und zeigen, wie Sie mit Ernährung die Therapie bei Brustkrebs unterstützen und Nebenwirkungen lindern können. Unter den zahlreichen Rezepten finden sich Gerichte für jeden Bedarf und Geschmack.

Ihr Plus
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Leseprobe

Inhaltsverzeichnis


VORWORT

Die Brust als Sexualsymbol der Frau spielt in unserer Gesellschaft und in den Medien eine erhebliche Rolle. Kein anderes Organ hat scheinbar eine so wichtige Bedeutung für das Selbstwertgefühl der Frau wie die Brust. Brustkrebs ist heute die häufigste Krebserkrankung bei weiblichen Betroffenen. Die Operation oder aber auch der seltene Verlust der Brust wird oftmals als Bedrohung der Weiblichkeit und des Lebens empfunden. Einfühlungsvermögen und Aufklärungsarbeit sind daher wichtige Aspekte bei der Brustkrebsvorsorge und den Therapien.

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Oftmals wollen die Patient:innen auch aktiv in den Genesungsprozess eingreifen und den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Schätzungen zufolge sind ca. 35 % aller Krebserkrankungen durch die Ernährung beeinflusst, daher stellt sich hier den Betroffenen häufig die Frage nach dem Wie.

Die Ernährung spielt für viele Frauen sowohl in der Prävention als auch in der Therapie und im Leben nach einer Brustkrebserkrankung eine zentrale Rolle.

Zahlreiche Anti-Krebsdiäten, vermeintlich heilende Lebensmittel und Wunderelixiere finden durch die geweckte Hoffnung der Patient:innen einen großen Markt. Ernährung sollte jedoch mehr als Mittel zum Zweck sein: Essen bedeutet Genuss und Lebensfreude, hält sprichwörtlich Leib und Seele zusammen. Gemeinsame Mahlzeiten mit Familie und Freund:innen stellen auch eine wichtige soziale Komponente dar. Doch wie und was essen, wenn aufgrund der Beschwerden gar nichts mehr geht?

Zwischen der Suche nach dem Allheilmittel und den Einschränkungen durch die Therapienebenwirkungen schlägt dieses Buch einen Pfad durch den Ernährungs- und Diätendschungel. Wir messen der Ernährung den Stellenwert bei, den sie verdient, geben medizinisch fundierte Ratschläge und machen Appetit auf mehr!

Die Autorinnen

BRUSTKREBS IN DER BEVÖLKERUNG

Brustkrebs ist weiterhin die häufigste Krebserkrankung der Frau

Jährlich erkranken in Österreich über 5.500 Frauen sowie knapp 70 Männer an Brustkrebs. Nicht in allen Ländern der Erde zählt Brustkrebs zu den häufigsten bösartigen Tumorerkrankungen (Malignomen). Es ist weltweit ein deutliches West-Ost- sowie Nord-Süd-Gefälle zu erkennen. Südostasien und vor allem Japan weisen eine deutlich geringere Häufigkeitsrate an Brustkrebs-Neuerkrankungen auf als Nordamerika und Nordeuropa. Trotzdem sind die Erkrankungsraten in Japan steigend. Hier wird einerseits die „gesunde Ernährung“ als schützender Faktor diskutiert, andererseits das frühe Einsetzen der ersten Monatsblutung für die steigenden Brustkrebszahlen verantwortlich gemacht. Das innerhalb Europas bestehende Nord-Süd-Gefälle zeigt die höchste Häufigkeitsrate an Neuerkrankungen in Holland, Dänemark, England und Schweden. Griechenland und Finnland weisen geringe Raten an Brustkrebs auf.

Als Ursachen für die Entstehung von Brustkrebs werden neben genetischen Veränderungen hormonelle Einflüsse, Ernährung und Lebensgewohnheiten angenommen.

Brustkrebsrisiko nur genetisch bedingt?

Die Brustkrebsentstehung ist in etwa 5 % der Fälle genetisch bedingt. Als Hinweise auf eine genetische Veranlagung gelten:

images Brustkrebserkrankungen in der Familie (drei Familienmitglieder oder mehr),

images das Auftreten von Brustkrebs vor dem 45. Lebensjahr,

images beidseitig auftretender Brustkrebs.

Zur Überprüfung der genetischen Veranlagung kann heute bei begründetem Verdacht nach genetischen Veränderungen (BRCA1 bzw. Breast Cancer 1 und BRCA2 bzw. Breast Cancer 2, die sogenannten „Brustkrebsgene“) geforscht werden. Auch aus anderen Gründen ist mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko zu rechnen:

images Zunehmendes Alter der Patient:innen (über dem 50. Lebensjahr) bedingt ein erhöhtes Erkrankungsrisiko.

images Fettleibigkeit erhöht das Erkrankungsrisiko um das Zwei- bis Dreifache. Die Aromatase-Aktivität im Fettgewebe und die damit verbundene Erhöhung der Östrogene werden hierfür verantwortlich gemacht.

images Regelmäßiger Alkoholgenuss (1 Getränk pro Tag) führt nicht nur durch enzymatische Beeinflussung des Stoffwechsels, sondern auch durch verminderten Östrogenabbau über die Leber zu hohen Östrogenspiegeln.

images Frühes Einsetzen der ersten Monatsblutung und spät eintretende Menopause erhöhen das Brustkrebsrisiko um das 1,2- bis 1,4-Fache.

images Frauen, die ein Kind geboren haben, haben weder ein erhöhtes noch ein geringeres Brustkrebsrisiko. Mit steigender Kinderzahl und wahrscheinlich auch mit steigender Stilldauer wird das Risiko auf 0,76 (bei einem Normalrisiko von 1,0) gesenkt. Aber auch das Alter bei den Geburten spielt eine zusätzliche Rolle.

Bei Diagnosestellung befindet sich der Tumor bei 50 % der Betroffenen nur im Ursprungsorgan Brust. In 34 % der Fälle hat sich der Tumor bereits auf angrenzendes Gewebe und/oder Lymphknoten ausgebreitet. 8 % der betroffenen Frauen haben zu diesem Zeitpunkt Metastasen. Die steigende Anzahl der im Frühstadium erkrankten Patient:innen lässt sich wahrscheinlich auf die zunehmende Frühdiagnostik zurückführen.

Wie lange wächst dieser Krebs schon in mir?

Diese Frage wird oft gestellt und ist schwierig zu beantworten. Das Tumorwachstum kann mit einer Verdopplungszeit der Zellzahl zwischen 44 Tagen und fünf Jahren angenommen werden. Daher können Tumore im Idealfall mit apparativen Untersuchungsmöglichkeiten (z. B. Mammografie) lange vor dem Zeitpunkt, zu dem sie ertastet werden können, entdeckt werden.

PRÄVENTION

Das persönliche Krebsrisiko wird durch Lebensstilfaktoren wie Ernährung und Bewegung, Umweltfaktoren sowie Veranlagung bestimmt. Zahlreichen Untersuchungen zufolge können bestimmte Nahrungsbestandteile und Nährstoffe das Risiko, an Krebs zu erkranken, senken. Im Gegensatz dazu kann sich das Erkrankungsrisiko u. a. durch eine fettreiche Ernährung sowie durch starkes Übergewicht erhöhen. Immer wieder sind auch spezielle Diäten zur Brustkrebsprävention ein Thema in der medizinischen Literatur. Jedoch kann bis dato keine bestimmte Diät zur Brustkrebsprävention empfohlen werden. Weder eine mediterrane noch eine vegetarische oder fettarme Ernährungsweise haben nachweislich einen Einfluss auf das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Studien zur Verbreitung und tierexperimentelle Studien zeigen allerdings, dass bei Übergewicht die dauerhafte Reduktion der Gesamtkalorienmenge um ca. ein Drittel, verbunden mit einer Reduktion des Body-Mass-Index (BMI) auf das Normalgewicht, die Erkrankungshäufigkeit und das Langzeiterkrankungsrisiko senkt und die Lebensdauer verlängert.

Studien des US National Cancer Institute haben ergeben, dass der regelmäßige Konsum von Alkohol (auch in kleinen Mengen) zur Erhöhung des Brustkrebsrisikos beitragen kann. Besonders jene Brustkrebsarten, die östrogenrezeptor- und progesteronrezeptor-positiv sind, sind betroffen.

Achten Sie daher auf eine gesunde, abwechslungsreiche und ausgewogene Kost!

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Beachten Sie beim Konsum von Alkohol die Empfehlungen für eine gesunde Ernährung:

Studien zeigen, dass regelmäßiger Sport das Krebsrisiko deutlich senken kann. Erhöhte Bewegung verringert den Spiegel von Sexualhormonen und Wachstumsfaktoren, welche das Krebswachstum fördern. Expert:innen gehen davon aus, dass etwa neun Prozent aller Brustkrebserkrankungen auf unzureichende Bewegung zurückzuführen sind. Sport steigert auch den Grundumsatz und trägt dazu bei, ein gesundes Körpergewicht zu halten. Zudem zeigen sich positive Effekte auf die Psyche. Auch bislang eher inaktive Patient:innen können von einer Änderung ihres Lebensstils profitieren: Körperliche Aktivität nach einer Tumorerkrankung reduziert nachweislich die Gefahr eines Rückfalls und erhöht die Wahrscheinlichkeit für eine dauerhafte Gesundung. Die Deutsche Krebshilfe rät zu einem Bewegungspensum von jeweils 60 Minuten dreimal in der Woche. Eine alternative Einteilung von fünf- bis sechsmal 15 bis 30 Minuten ist ebenfalls sinnvoll. Bewusste, regelmäßige und moderate Bewegung in Kombination mit Kraft- und Ausdauersport steigert jedenfalls die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Lebensqualität. Nutzen Sie also jede Gelegenheit, Bewegung zu machen.

Ernährungsempfehlungen im Überblick:

gesunde und ausgewogene Ernährung laut den 10 Regeln der DGE (siehe S. 4849) sowie der praktischen Umsetzung mittels Tellerbildern von gesunden Mahlzeiten (siehe S. 2627)

„5 a day“: 3-mal pro Tag eine Handvoll Gemüse und 2-mal pro Tag eine Handvoll Obst

reichlich Ballaststoffe (in Form von Vollkornprodukten, Körnern, Samen, Hülsenfrüchten u. a.)

ideales Körpergewicht anstreben und halten: Body-Mass-Index (BMI) von 20–25 (BMI = Gewicht in Kilogramm/(Größe in m)2) bei Erwachsenen bis zum 64. Lebensjahr; ab 65. Jahren ist der Normalgewichtsbereich zwischen einem BMI von 24 bis 29

Reduktion von tierischen Fetten aus Fleisch und Wurst; günstiger sind ungesättigte pflanzliche Öle (Rapsöl, Olivenöl etc.) oder Fischöl

Konsum von rotem Fleisch reduzieren

Lebensmittel abwechslungsreich auswählen und verzehren

auf verträgliche Zubereitung der Speisen achten (dünsten und kochen statt braten und grillen)

auf unnötige Zusätze von Vitaminen und Spurenelementen verzichten (z. B. Kapseln, Tabletten ...), denn hier gilt derselbe Bedarf wie bei gesunden Personen; medizinische Nahrungsergänzungsmittel sollten nur bei einem diagnostizierten Mangelzustand eingenommen werden

ausreichend körperliche Aktivität

alkoholische Getränke meiden oder nur selten genießen

auf Nikotin verzichten

MEDIZINISCHE THERAPIE

Als Ende des letzten Jahrhunderts Josef Rotter und William Stewart Halsted für die Therapie eines bösartigen Tumors der weiblichen Brust nicht nur eine Amputation der Brust, sondern auch die Entfernung des großen und kleinen Brustmuskels durchführten, standen ihnen anfänglich keine begleitenden Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Um Leben zu erhalten, wurde möglichst radikal vorgegangen; das kosmetische Ergebnis und die psychologische Belastung der Frau standen damals deutlich im Hintergrund. Dadurch waren gelegentlich gute medizinische, aber katastrophale kosmetische Ergebnisse die Folge.

Da erst viel später die Strahlentherapie und nur in den letzten Jahrzehnten die Hormon- und Chemotherapie Einsatz in der Behandlung fanden und das Tumorverhalten genauer erforscht wurde, traten die brusterhaltenden Operationen in den Vordergrund. Dies war eine Revolution in der Behandlung der Brustkrebserkrankung, die bis zum heutigen Tag die höchstmögliche Verbesserung der persönlichen Lebensqualität bedeutet.

Brustkrebs ist nicht gleich Brustkrebs. Daher erfordert die Empfehlung einer Therapie ein umfangreiches Wissen und zahlreiche heute verfügbare Spezialuntersuchungen am Tumorgewebe sowie auch bei den Betroffenen. Erst wenn alle Informationen zur Verfügung stehen (das kann oft einige Tage dauern), kann eine maßgeschneiderte Therapieempfehlung ausgesprochen werden.

Medizinische Therapieformen

Operation

Durch den Einsatz verschiedenster Punktionsmöglichkeiten (zur Gewinnung von Brustgewebe) für auffällige Veränderungen in der weiblichen Brust (Feinnadelpunktion, Core-Biopsie u. a.) steht in vielen Fällen schon vor der Operation eine Histologie zur Verfügung. Aufgrund dieses Befundes, der Tumorgröße und des zu erwartenden kosmetischen Ergebnisses kann im Idealfall das operative Vorgehen schon im Vorhinein mit der Patientin besprochen und ihren Wünschen angepasst werden. Zwei Drittel aller Tumore können brusterhaltend operiert werden. Nur in einem Drittel der Fälle ist eine komplette Entfernung der Brustdrüse notwendig.

Die Brustentfernung ist häufig dann erforderlich, wenn

images der Tumor zentral sitzt,

images es mehrere Herde an verschiedenen Stellen der Brust (multizentrische invasive Herde) gibt,

images ein ungünstiges kosmetisches Ergebnis (Tumor-Brust-Relation) zu erwarten ist,

images es sich um einen sogenannten inflammatorischen Brustkrebs, einen Morbus Paget (mit Einschränkung) oder einen invasiven Tumor mit ausgedehnter intraduktaler Komponente (Ausbreitung in den Gängen ohne Durchbruch ins Gewebe) handelt.

Behandelt man die Patient:innen vor der Operation mit einer Chemotherapie bzw. antihormonellen Therapie, ist in 70 % bis zu 85 % der Fälle eine brusterhaltende Operation mit entsprechender Schnittführung, eventuell unter Mitnahme der Haut, möglich.

Neoadjuvante Chemotherapie

Unter neoadjuvanter Chemotherapie wird die unterstützende Chemotherapie vor einer Operation verstanden. Diese wird beim inflammatorischen Brustkrebs wie auch bei lokal fortgeschrittenen Tumoren angewendet. Als Substanzen werden vor allem anthrazyklinhältige Zytostatika verwendet.

Zytostatika sind Substanzen, die in der Medizin als Arzneistoffe (v. a. im Rahmen der Chemotherapie) eingesetzt werden und die das Zellwachstum bzw. die Zellteilung hemmen.

Es werden im gegebenen Fall vor der Operation ca. zwei bis drei Chemotherapiezyklen (z. B. Endoxan 600 mg/m2 und Epirubicin 60 mg/m2 alle drei Wochen) verabreicht. Dabei muss nochmals darauf hingewiesen werden, dass nach heutigem Wissenstand die neoadjuvante Chemotherapie lediglich der Tumorverkleinerung – und damit der Ermöglichung der brusterhaltenden Therapie oder der Erzielung eines besseren kosmetischen Ergebnisses – dient.

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Der Wächterlymphknoten ist der erste Lymphknoten, der im Lymphabflussgebiet der Brust liegt. Er lässt sich mit einer radioaktiven Substanz darstellen und während der Operation identifizieren. Ist dieser Lymphknoten tumorfrei, werden keine weiteren Lymphknoten aus der Achsel entfernt. Im Falle einer Lymphknotenentfernung aus der Achsel werden nie alle Lymphknoten entfernt, es wird nur ein bestimmtes Gebiet inspiziert und geklärt.

Therapieentscheidung

Zur Entscheidung der weiteren Therapie werden die Tumorgröße, der Lymphknotenbefall, der Rezeptorstatus (Hormon) des Tumors, das Grading (Grad der Abweichung vom normalen Gewebebild), der HER2Neu-Status (Rezeptor, der auf manchen Brustkrebszellen vorhanden ist), der Ki67-Wert (Tumorwachstumsmarker), der Menopausenstatus der Patientin sowie deren Alter herangezogen.

Adjuvante Chemotherapie

Unter adjuvanter Chemotherapie wird die unterstützende Chemotherapie verstanden. Prinzipiell kann festgehalten werden, dass jede Patientin – wenn angezeigt – von einer adjuvanten Chemotherapie profitiert, das genaue Vorgehen muss jedoch immer vom Risiko abhängen.

Chemotherapie greift jede sich schnell teilende Zelle an. Dazu zählen nicht nur Tumorzellen, sondern auch gesunde Zellen. Dennoch überwiegt die Tumorkontrolle, da der Körper die Zellart der guten Zellen nachbilden kann. Die Nebenwirkungen sind abhängig davon, welche gesunde Zellart betroffen ist (Blutbild, Schleimhäute, Magenschleimhäute). Praktisch jede Chemotherapie führt ohne Begleitmedikation zu Übelkeit und Erbrechen und muss daher standardmäßig therapiert werden, was wiederum oftmals zu Stuhlunregelmäßigkeiten und Verfärbungen von Harn und Stuhl führt.

Es stehen die verschiedensten Substanzen zur Verfügung. Welche für die jeweilige Tumorart am besten geeignet ist, geht aus weltweiten Studien hervor. Die Chemotherapie dauert im Schnitt rund sechs Monate.

Hormontherapie (Endokrine Therapie)

Die Bestimmung des Hormonrezeptors erfolgt im Brusttumor. 30–70 % der Tumore zeigen ein hormonabhängiges Wachstum. Hormontherapien können die gesamte Hormonausschüttung blockieren – wie nach einer Eierstockentfernung –, aber auch die Umwandlung zu Östrogenen im Gewebe bzw. die Rezeptoren für Östrogene blockieren. Als Substanzklassen stehen Antiöstrogene, GNRH-Analoga und (selektive und nicht selektive) Aromatase-Hemmer sowie Gestagene zur Verfügung.

Strahlentherapie

Die Strahlentherapie nach brusterhaltender Operation führt zu einer deutlichen Senkung des lokalen Wiederauftretens des Brusttumors. Eine Bestrahlung erfolgt mit Photonen, Kobalt 60 bzw. Linearbeschleuniger. Der Bestrahlungsbeginn sollte zwei bis fünf Wochen nach dem operativen Eingriff oder im Sandwichverfahren mit der Chemotherapie erfolgen. Die Bestrahlungsdauer beträgt im Schnitt fünf Wochen. Als Herddosis werden 50 Gray (Gy, Maßeinheit) verabreicht.

Unvermeidlich ist die Strahlentherapie i. d. R. nach Brustentfernung bei Tumorgrößen von mehr als 4 cm, bei brustwandnahen Tumoren, bei inkomplett (nicht im Gesunden) entfernten Tumoren und einer Mitbeteiligung der Haut (Infiltration) oder des Brustmuskels.

Strahlentherapie der Lymphabflusswege

Die Strahlentherapie der Lymphabflusswege wird nur in einigen wenigen Fällen durchgeführt.

Monoklonale Antikörper und Angiogenasehemmer

Weist der Tumor einige spezielle Eigenschaften auf, können diese mit den oben genannten Substanzen behandelt werden. Es hat keinen Sinn, einen Tumor, der diese Eigenschaften nicht hat, diesen Substanzen auszusetzen, da sie für den Tumor wirkungslos sind, jedoch beträchtliche Nebenwirkungen (Herzerkrankungen, Blutungsneigung, Blutdruckentgleisungen) haben.

ERNÄHRUNGSTHERAPIE

Begleitende Ernährungstherapie

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Die Ernährungstherapie stellt eine wichtige und ergänzende Säule in der Behandlung von Brustkrebs dar. Die lebenserhaltenden Therapieformen wie Operation, Hormontherapie (Endokrine Therapie), Chemotherapie und Strahlentherapie können Nebenwirkungen verursachen, die durch die Ernährung positiv beeinflusst werden können. In der Krankheitssituation erhalten Essmotive eine neue Bedeutung: Geschmack und Appetit als Genuss, jedoch verbunden mit der Sorge um Verträglichkeit sowie Sicherheit der Speisen und Lebensmittel, werden relevant.

Details

Seiten
144
ISBN (ePUB)
9783991118367
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2024 (Februar)
Schlagworte
Brustkrebs Prävention Behandlung medizinische Therapie Ernährungstherapie Beschwerden Begleiterscheinungen Ernährungsempfehlungen Rezepte Koller Kreuter-Müller Budnowski Denison

Autoren

  • Agnes Budnowski (Autor:in)

  • Ursula Denison (Autor:in)

  • Flora Koller (Autor:in)

  • Martina Kreuter-Müller (Autor:in)

Mag.a Agnes Budnowski Freiberufliche Diätologin. Schulungs- und Beratungstätigkeit (u. a. bei der Österreichischen Krebshilfe Wien). Schwerpunkte: Stoffwechselerkrankungen, onkologische Erkrankungen sowie Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Dr.in Ursula Denison Fachärztin für Frauenheilkunde, Oberärztin am KH Hietzing. Schwerpunkte: gynäkologische Erkrankungen. Mag.a Flora Koller Als Diätologin in einer Klinik und freiberuflich tätig. Schwerpunkte: onkologische und gastroenterologische Erkrankungen, Schluckstörungen, klinische Ernährung, Ernährung nach der Psycho-Neuro-Immunologie sowie betriebliche Beratung bei ernährungsspezifischen Fragestellungen. Martina Kreuter-Müller, MSc Freiberufliche Diätologin, Autorin und Kräuterpädagogin nach TEM in Niederösterreich. Betriebliche Beratungstätigkeit im Bereich Zusatznahrungen und Lebensmittel. Schwerpunkte: Mangelernährung, Magen-, Darm- und Lebererkrankungen.
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Titel: Ernährung bei Brustkrebs